Flug 93
Paul Greengrass (Die Bourne Verschwörung) wagt sich mit "Flug 93" an das Thema "11. September" und widmet sich hierbei genau jenem Flugzeug, dass im Gegensatz zu den drei anderen Maschinen an diesem Tag sein Ziel verfehlt hat.Der Film ist halbdokumentarisch und reißerisch in Echtzeit gedreht und lässt den Zuschauer mit offenem Mund im heimischen Sessel versinken. Die Bilder der Einschläge in das World Trade Center werden beim ersten Einschlag nur angedeutet, beim zweiten erfolgt dann die Holzhammermethode mittels Originalfilmmaterial.
Subitler ist dafür der kurze Blick auf die noch intakten Türme aus einem Flugzeugbullauge zu einem früheren Zeitpunkt im Film - winzig klein werden hier für einen kurzen Moment die Spitzen der Türme angedeutet. Eine optische Meisterleistung, die dem Gedenken von "911" noch am ehesten gerecht wird.
Das Geschehen an Bord von "United 93" ist nachvollziehbar und realistisch inszeniert, inwiefern die Rollenverteilungen und Vorurteile hinsichtlich Besatzung und Terroristen allerdings werturteilsfrei widergegeben werden fällt mir sehr schwer einzuschätzen.
Die Kameraarbeit ist meisterlich, die schauspielerischen Leistungen der gänzlich ubekannten Darsteller ohne Fehl und Tadel, die Musik stimmig und bedrohlich inszeniert, ohne in hollywoodtypische oder glorifizierende Extreme zu verfallen.
FAZIT: Ein guter Film (vermutlich um Welten besser als der Oliver Stone-Murks), bei dem man sich dennoch ständig fragt, ob eine Verfilmung zu diesem Zeitpunkt notwendig war, und ob diese dem Andenken des 11. September tatsächlich gerecht wird. Entsprechend werde ich mir ausnahmsweise eine Bewertung auf der bekannten 10er-Skala verkneifen.



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