Freitag, Dezember 22, 2006

Ultraviolet


Ultraviolet ist schlecht. Richtig schlecht. Hier stimmt echt gar nichts.

Die Story: Total unausgegoren, da wurde wirklich nur die nötigste Zeit darauf ver(sch)wendet.

Schlechte Schauspieler: So langsam kann ich den kleinen Jungen aus Running Scared und X-Men III nicht mehr sehen. Der ist einfach zu sehr auf die Rolle des völlig aphatisch dreinguckenden, schweigsamen Junges festgelegt. Wahrscheinlich kann er einfach nicht schauspielern und muss deshalb immer die Klappe halten. Auch Milla Jovovich zeigt einmal mehr, dass sie eigentlich überhaupt nicht schauspielern, sondern nur nuttig und angestrengt in die Kamera schauen kann. Von den zaghaft eingestreuten Onelinern konnte ich ihr zudem keinen einzigen (in der OV) auch nur im Ansatz abnehmen. Irgendwie konnte ich dem dürren Gestell sowieso noch nie viel abgewinnen...

Die CGI/FX sind teilweise nur noch peinlich. Es gibt praktisch überhaupt keine real wirkenden Szenen, der Film sieht mehr wie ein Computerspiel aus... wie ein schlechtes Computerspiel. Weiterhin fährt der Film zugunsten des PG-13 Ratings mit einer dermaßen stark angezogenen Handbremse, dass es einfach nur noch unrealistischer ist. Bei einem geschätztzen Bodycount von ca. 1.000 und dem gleichzeitigen Ausbleiben expliziten Gores kann sich der Film einfach nicht entscheiden ob er brutal oder harmlos sein möchte.

Gegen den ganz hervorragenden "Equilibrium" und den überraschend guten "Aeon Flux" kann diese extrem nervige Aneinanderreihung von Videoclips überhaupt nicht bestehen. Auch in Erwartung eines no brainers konnte dieser Film zu keinem Zeitpunkt unterhalten geschweige denn überzeugen. Bestenfalls 2/10 für die teilweise ganz nette Musik und einer Handvoll (etwas) besserer FX. Verschwendetes Videothekengeld...

Freitag, November 17, 2006

Event Horizon - Am Rande des Universums


Mit "Event Horizon" ist dem sonst eher mittelmäßig begabten Paul Anderson (Mortal Kombat, Resident Evil, AvP) einer wahres Kunststück gelungen. Ende der 90er ging ich damals völlig ohne Vorahnung in diesen vermeintlichen SciFi-Film, um mich von der Weltraumstmosphäre berieseln zu lassen... es sollte einer der längsten Kinobesuche meine Lebens werden. Der Film bietet gut 90 Minuten lang fast konstanten Terror im Weltraum. Die Schockmomente sind gesalzen und zahlreich, die visuellen Darbietungen des Raumschiffs, des Weltalls und der Horrorsequenzen auf sehr hohem Niveau. Ständig werden optische Meisterleistungen geboten, die das Auge und den geneigten Zuschauer kaum zur Ruhe kommen lassen.

Hinsichtlich der Optik gibt es mache Parallelen zu Ridley Scott's Alien, was Anderson wohl als großes Vorbild gedient hat, ohne natürlich jemals die Qualtität des Originals erreichen zu können. Dafür ist Event Horizon zu einfach gestrickt und zu sehr auf die visuellen Elemente und den schnellen Kick fokussiert.

Dennoch, in meinen Augen ein hervorragender und äußerst furchteinflößender Film, den man nach gut 90 Minuten auch fast zehn Jahre später auf der heimischen Couch immer noch mit schweissnassen Händen erleichtert, aber zufrieden, ausmacht. 8/10

Mittwoch, November 15, 2006

Full Contact (Cover Hard)


Ringo Lam hatte es früher mal richtig drauf... "Full Contact", der den meisten eher unter dem Titel "Cover Hard" ein Begriff sein dürfte, ist ein kompromissloser und äußerst harter Vertreter des 90er Jahre Hong Kong-Actionkinos.
Chow Yun-Fat, damals noch jung und dünn, mimt den extrem coolen "Jeff" (wie sollte er auch sonst heissen), der seinen in Geldnöten steckenden Cousin Sam (Anthony Wong) durch einen Überfall auf einen Transporter zusammen mit einer zwielichtigen Gang helfen will. Der Coup geht gehörig daneben und zudem stellt sich Sam auf Druck der anderen gegen ihn. Jeff überlebt schwerverletzt und beginnt einen gnadenlosen Rachefeldzug...

Die Aufnahmen sind grandios, insbesondere die nächtlichen Motorradfahrten und die zum Teil sehr innovativen Schusswechsel. Der Gewaltgrad ist erheblich, auch für einen HK-Actioner dieser Zeit. Die rockige Musik passt sich nahtlos in die ungestüme und heftige Handlung des Films perfekt ein. Glücklicherweise bleiben krasses Overacting und Klamauk - wie in asiatischen Filmen des Öfteren sonst anzutreffen - weitesgehend aus.

Ein Film wie ein Schlag in die Magengrube - verdammt cool. 8/10

Friedhof der Kuscheltiere


"Friedhof der Kuscheltiere" ist ein unbequemer, heftiger und recht spannender Schocker nach der berühmten Roman-Vorlage von Stephen King. Aufgrund der ordentlichen und einigermaßen buchgetreuen Inszenierung mit Sicherheit eine der besten King-Verfilmungen und zudem ein Horrorfilm der fast schon subtilen Art, wie sie heute kaum noch gemacht werden. Solide 7/10
"The soil in a man's heart is stonier..."

Dienstag, November 14, 2006

X-Men: Der letzte Widerstand


Da wäre durchaus mehr drin gewesen... vielleicht hat sich das Mutanten-Thema im dritten Anlauf aber auch einfach nur totgelaufen. Eigentlich bietet der Rahmen ein enormes Potential und gewisse neue Ansätze wie z.B. der subjektiv empfundene gestiegene Härtegrad und die zum Teil düsterere Atmosphäre sind in "X-Men: Der letzte Widerstand" durchaus zu begrüßen.

Zum ganz Großen fehlt es dann leider dennoch. Die Ambivalenz von extrem guten und dann wieder enttäuschenden SFX macht den 3. Teil der X-Men-Saga zu einem Erlebnis der durchwachsenen Art. Störend erweist sich auch der inflationäre Ausfall einiger Hauptcharaktere, die beinahe nebensächlich und zum Teil völlig belanglos das Zeitliche segnen, als wollte man sich ihrer möglichst schnell und unauffällig entledigen. Zudem weisen die anzutreffenden Dialoge ein unspezfisches Niveau irgendwo zwischen "total dämlich" und "pseudo-intellektuell" auf. Offenbar wurden alle Ressourcen für die SFX-Entwicklung benötigt.

Es kracht ja ganz ordentlich und i.d.R. auch sehr gut - wirklich überzeugen kann das ganze aber leider trotzdem nicht... zu holprig wirkt die ganze Story, die gerne mehr darstellen würde, als sie am Ende des Tages dann zu bieten hat... zu überladen ist das Ganze mit zig Charkateren, denen nicht annähernd der Freiraum geboten wird, um auch nur einen Einzelnen über das Rohstadium hinaus entwickeln zu können.

Nun gut, wir wollen die Kirche im Dorf lassen - es hätte auch schlimmer kommen können... 6/10

Montag, November 13, 2006

Walk the Line

Walk the Line: Joaquin Phoenix kann in seiner Paraderolle als Johnny Cash endlich sein ganzes schauspielerisches Talent offenbaren - war er doch durch Rollen wie zuletzt in "The Village" oder "Im Feuer" arg unterfordert. Hier kann er nun wieder alles geben - wie zu besten "Gladiator"-Zeiten.

Die Songs sind klasse und zudem alle höchstpersönlich von Mr. Phoenix "himself" gesungen. Und auch Reese Witherspoon zeigt, dass sie als Schaupspielerin und sogar gesangs-technisch einiges auf dem Kasten hat.
Klasse Atmosphäre und wunderbare Bilder - im O-Ton zudem noch mal doppelt so gut... 9/10

Donnerstag, November 09, 2006

Slither

Synopsis: Das verschlafene Städtchen Wheelsy ist fast wie jede andere Kleinstadt in Amerika: malerisch und vornehm mit netten Einwohnern, die sich um ihre eigenen Dinge kümmern. Doch im Verborgenen ist etwas namenloses und Böses angekommen und wird immer mächtiger. Niemand scheint zu bemerken, dass an den Telefonmästen immer mehr Flyer für vermisste Tiere hängen, oder dass der stadtbekannte, reiche Grant (Michael Rooker) beginnt, sich seltsam zu benehmen. Als dann aber plötzlich das Vieh furchtbar mutiert und eine junge Frau verschwindet, beginnt Sheriff Bill Pardy (Nathan Fillion) mit seinem Team zu ermitteln. Mit Hilfe von Grants Frau Starla (Elizabeth Banks) entdecken sie eine dunkle Kraft, die ihr Städtchen langsam übernimmt und stoßen auf einen uralten Organismus, der das ganze Leben auf der Erde absorbieren und verschlingen will...
Quelle: OFDB

Amüsant und stellenweise spratzelt es auch recht ordentlich. "Slithers" ist ein kurzweiliger no-brainer mit coolen One-linern und einer gehörigen Dosis Humor. Deftiges, und dennoch irgendwie harmloses Entspannungsprogramm. 7/10

Stills und Review auf Filmstarts.de

Erste Screens der UK "Blade Runner" DVD









Im Gemeinschaftsforum hat Dexter freundlicherweise schon die ersten Screens der UK-DVD des Blade Runner Director's Cut gepostet.

Am 24. November 2006 erscheint dann die deutsche RC2-Scheibe im schicken Metalpak.

Im November 2007 kommt dann die selig machende RC1-Box mit den folgenden Fassungen:

  • "Blade Runner: The Final Cut" - von Ridley Scott neu geschnitten, Anfang 2007 in den US-Kinos
  • "Original U.S. Theatrical Cut" - Kinofassung mit Off-Kommentar und mit der Autofahrt am Ende.
  • "Expanded International Theatrical Cut" - Fast gleich zur US Kinofassung, also Off-Kommentar und der Autofahrt am Ende, aber mit ein paar zusätzlichen Gewaltszenen die für's R-Rating raus mussten.
  • "1992 Director’s Cut" - Die Fassung die es schon auf DVD gab und jetzt nochmal neu auf DVD erscheint, ohne Off-Kommentar, mit dem Einhorntraum und mit dem schließenden Aufzugtüren Ende und ohne den Gewaltszenen aus der Internationalen Kinofassung.

Fast alle Infos von Dexter, besten Dank!

Dienstag, November 07, 2006

Borat: Cultural Learnings Of America For Make Benefit Glorious Nation Of Kazakhstan

Man liebt ihn, oder man hasst ihn... dazwischen kann es nicht viel geben. Interessanterweise feiern ihn gerade die Wächter des guten Geschmacks, die Filmkritiker, mehr ab, als dass geneigte "gewöhnliche" Publikum.

Auf irgendeine perfide Art und Weise funktioniert "Borat" bei mir. Der Film bricht Tabus am laufenden Meter, ist dabei konsequent rassistisch, antiamerikanisch, antisemitisch, geschmacklos... und dabei einfach nur saukomisch.

Wie das geht? Keine Ahnung... außer vielleicht Sacha Baron Cohen's exzellente schauspielerische Leistung, die so dermaßen authentisch rüberkommt, dass man im Nu vergisst, "Ali G" mit Schnurrbart und krausen Haaren vor sich zu haben. Zudem leistet der halb-dokumentarische Stil seinen Beitrag zum munteren Treiben und so mancher - in der Regel völlig absurder - Situation sieht man ihren Improvisationscharakter an... und dass sei hier durchaus im positiven Sinne vermerkt.

In der Tat ist - wie bereits in zahlreichen Rezensionen bemängelt - die Anfangssequenz in Borat's Heimatdorf in Kasachstan die stärkste Sequenz des Films, dennoch folgen im Verlauf zahlreiche andere (wenngleich moralisch fragwürdige) Höhepunkte, die in der Regel auf Kosten des amerikanischen Volkes oder diversen Gruppierungen respektive Minderheiten erfolgen. Dabei kommt keiner zu kurz, seien es Feministinnen, Juden, Sinti & Roma, Schwule, Texaner, volltrunkene Studenten, Farbige, Christen, Prostituierte, ...

Das Kino war zum Bersten voll, und der Pöbel hat gelacht - und mittendrin... ich. Zumindest haben wir die Filmkritiker auf unserer Seite, um das eigene Gewissen zu beruhigen. Knallharte 8/10