Borat: Cultural Learnings Of America For Make Benefit Glorious Nation Of Kazakhstan
Man liebt ihn, oder man hasst ihn... dazwischen kann es nicht viel geben. Interessanterweise feiern ihn gerade die Wächter des guten Geschmacks, die Filmkritiker, mehr ab, als dass geneigte "gewöhnliche" Publikum.Auf irgendeine perfide Art und Weise funktioniert "Borat" bei mir. Der Film bricht Tabus am laufenden Meter, ist dabei konsequent rassistisch, antiamerikanisch, antisemitisch, geschmacklos... und dabei einfach nur saukomisch.
Wie das geht? Keine Ahnung... außer vielleicht Sacha Baron Cohen's exzellente schauspielerische Leistung, die so dermaßen authentisch rüberkommt, dass man im Nu vergisst, "Ali G" mit Schnurrbart und krausen Haaren vor sich zu haben. Zudem leistet der halb-dokumentarische Stil seinen Beitrag zum munteren Treiben und so mancher - in der Regel völlig absurder - Situation sieht man ihren Improvisationscharakter an... und dass sei hier durchaus im positiven Sinne vermerkt.
In der Tat ist - wie bereits in zahlreichen Rezensionen bemängelt - die Anfangssequenz in Borat's Heimatdorf in Kasachstan die stärkste Sequenz des Films, dennoch folgen im Verlauf zahlreiche andere (wenngleich moralisch fragwürdige) Höhepunkte, die in der Regel auf Kosten des amerikanischen Volkes oder diversen Gruppierungen respektive Minderheiten erfolgen. Dabei kommt keiner zu kurz, seien es Feministinnen, Juden, Sinti & Roma, Schwule, Texaner, volltrunkene Studenten, Farbige, Christen, Prostituierte, ...
Das Kino war zum Bersten voll, und der Pöbel hat gelacht - und mittendrin... ich. Zumindest haben wir die Filmkritiker auf unserer Seite, um das eigene Gewissen zu beruhigen. Knallharte 8/10



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