Montag, Oktober 30, 2006

Hass - La Haine

"Hass - La Haine" ist eine beeindruckende Milieustudie und ein Frühwerk von Matthieu Kassovitz (Die Purpurnen Flüsse, Gothika) über 3 Jugendliche ohne Zukunft in einem Pariser Vorstadtsghetto.

Abdel, eine Junge aus dem "Viertel", wird während einer Polizeikontrolle so zusammengeschlagen, dass er fortan im Koma liegt. Aufgeheizt durch die ständigen Übergriffe der Polizei wird es im Viertel immer brenzliger, mittendrin der Araber Saïd, der Jude Vince und der Farbige Hubert. Innerhalb von 24 Stunden geraten die drei von einer scheinbar ausweglosen Situation in die nächste, angetrieben vor allem durch den aggressiven Vince, der in einer gefundenen 44er Smith & Wesson sein Mittel zur Vergeltungsausübung sieht.

Nach einer schweißtreibenden Nacht eskaliert schließlich die Gewalt...

Der Film ist in wunderbarem schwarz/weiß gehalten, die die triste Vorstadtsszenerie atmosphärisch unterstreicht. Die Bilder sind äußerst sorgfältig komponiert, die Kamerafahrten geradezu revolutionär und nicht minder sensationell. Insbesondere Vincent Cassel demonstriert einmal mehr sein ganzes schauspielerisches Können. Der Soundtrack ist intensiv und fügt sich stimmig in das Gesamtbild ein.

FAZIT: Ein kleines Filmjuwel, das zurecht nun endlich eine würdige dt. DVD-Umsetzung erhalten hat. Meisterlich. 9/10

Filmzitat: Dies ist die Geschichte von einem Mann, der aus dem 50. Stock von einem Hochhaus fällt. Und während er fällt, wiederholt er, um sich zu beruhigen, immer wieder: "Bis hierher lief's noch ganz gut, bis hierher lief's noch ganz gut, bis hierher lief's noch ganz gut...". Aber wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung.

Samstag, Oktober 28, 2006

Anchorman

Ziemlich lustig, ich habe (wie immer bei Will Ferrell Filmen) sehr viel gelacht.

Ferrell ist einfach ein Comedy-Gott, und die sonstigen üblichen Verdächtigen (Steve Carell, Vince Vaughn, Luke Wilson, Jack Black, Ben Stiller... um nur ein paar zu nennen) sind natürlich auch wieder dabei.

Humor mit der Brechstange... auf subtile Art - genau mein Ding! 7/10

Freitag, Oktober 27, 2006

M:i:III

Ethan Hunt ist zurück... und wie!

"M:i:III" rockt gewaltig. Die Actionsequenzen sind perfekt komponiert, und perfekt ist hier wörtlich zu nehmen. Man hat ständig das Gefühl, "mittendrin" zu sein. Zudem wirken die Szenen trotz vollendeter Anmutung roh und ungestüm... ein richtiger Hammer.

Die Locations mit dem Vatikan und Shanghai sind vortrefflich gewählt, zudem ist Philip Seymour Hoffman als eiskalter und kompromissloser Bösewicht ideal besetzt und auch Laurence Fishburn und Simon Pegg fügen sich nahtlos in den illustren Cast ein.

Wenn der gute J.J. Abrams, dessen Karriere im Moment "Alias" und "LOST" sei dank äußerst steil zu verlaufen scheint, noch die Gefühlsduselei und einige selbstherrliche Tom Cruise Einstellungen weggelassen hätte, gäbe es m. E. überhaupt nichts zu bemängeln.

FAZIT: Genauso gut wie Teil 1 und 2, wenn nicht sogar besser... da jeder Teil eine äußerst verschiedene Handschrift trägt, ist der direkte Vergleich kaum möglich. Mission: Accomplished... 9/10

Donnerstag, Oktober 26, 2006

Lost Highway

Lost Highway... mystisch, surreal, pervers, äußerst spannend, genial.. ein echter Lynch, ein echtes Meisterwerk.

Es gibt nur weniger Regisseure, die mit so rudimentären Mitteln ein derartige Atmosphäre und Spannung schaffen können - ein wahrer Horrortrip, der sich aufgrund seiner Komplexität mir niemals in Gänze erschließen wird... und genau das ist auch Lynch's Intention: Was man nicht vollständig erfassen kann, wird immer etwas magisches behalten.

Der Soundtrack mit David Bowie, Rammstein und Marliyn Manson hat mich natürlich auch begeistert und fügt sich perfekt in dieses Kunstwerk ein...

Souveräne 9/10 für den geneigten Filmgourmet... alle anderen werden beim Betrachten Höllenqualen der Langweile und des Unverständnisses erleiden.

Donnerstag, Oktober 19, 2006

The Hidden - Das unsagbar Böse

Wow ist der schön trashig - in den 80ern wurden einfach ein paar richtig gute B-Actionperlen geschaffen, die es in dieser Form heutzutage leider nicht mehr gibt.

Die Story über ein mordendes und rockmusik-hörendes Alien, dass in die Körper von Menschen schlüpft und gerne Ferraris fährt ist so an den Haaren herbeigezogen, dass es einfach nur noch Spass macht. Der recht harte Action-Streifen ist mit Kyle MacLachlan (Dune, Twin Peaks, Sex & the City) zudem prominent besetzt, so wie es in den 80ern eben üblich war.

Das Tempo von "The Hidden" ist hoch, so dass standesgemäß wenig Zeit auf tieffschürfende Dialoge ver(sch)wendet wird. Wenn dann doch kurze Dialoge zwischen den Hauptakteuren (ein vermeintlicher FBI Agent und der ortsansässige Lokalmatador der Polizei - natürlich der beste Mann der gesamten Truppe, ohne den nichts geht... versteht sich von selbst) aufkeimen, sind diese von coolem Wortwitz in One-Liner-Mentalität geprägt.

FAZIT: Der Film macht auf B-Niveau richtig Spass und hat sich dabei zu früherer Zeit wahrscheinlich sogar ernst genommen - heute wirkt das natürlich etwas anders. Wieso werden dies Art von Filmen heute nicht mehr gemacht.. schade eigentlich. Trashige 7/10

Dienstag, Oktober 17, 2006

Wilderness

Aufgrund des Internet Hypes um "Wilderness" habe ich mir diesen heute ausgeliehen und angeschaut. War leider so gar nicht mein Fall: Eine völlig unausgegorene Storyline, Kamera und Akteure auf Amateurfilmniveau, schlechte Schnitte, eintöniger und einfallsloser Score, Dialoge auf Sonderschulniveau (schon klar das der Film keinen Wert darauf legt, aber ganz so hirnlos muss es ja auch nicht zugehen)... der ging gar nicht an mich ran.

Dagegen war der in Internetforen in letzter Zeit vielgescholtene "Hostel" ein richtiges Meisterwerk - der war zwar auch hohl wie die Nacht, hatte aber wenigstens nicht die Optik eines Amateurfilms und etwas, was ich in "Wilderness" völlig vermisst habe... Atmosphäre.

Fazit: Ganz schnell wieder vergessen und zukünftig darauf achten, nicht jeden Hype im Internet aufgreifen zu müssen. 2/10

Noch etwas recht Interessantes zur SPIO/JK-Freigabe, direkt aus der OFDB zitiert:

WILDERNESS lag der FSK vor. Eine Freigabe jeglicher Art wurde abgelehnt. Die Verleihfassung wanderte dann zur JK, die den Film ungeschnitten freigab. Zeitgleich sind wir bei der FSK in Berufung gegangen, um eine Kennzeichnung "kJ" zu erhalten. Gestern war die Berufungsverhandlung - leider hat die FSK dem ungekürzten Film auch im zweiten Durchlauf die Freigabe verweigert. Ich hab noch nicht die endgültige Stellungnahme, aber ein Hauptgrund war das Fehlen jeglicher positiver Identifikationsfiguren, Gewalt als Lösung für Konfliktsituationen, asoziales Gruppenverhalten etc.

LOST - Season 1 cont.



Aus und vorbei - das Ende der 1. Staffel!

FAZIT: So ziemlich die beste TV-Serie, die in meiner Erinnerung ist. Das Qualitätsniveau der Serie ist auf einem konstant sehr hohen Niveau, die Darsteller und die Optik des Films weisen eher Merkmale eines epischen Kinofilms, denn einer TV-Serie auf.

Sehr, sehr gut und extrem spannend - die zweite Staffel darf gerne auf DVD erscheinen, am liebsten heute!

Montag, Oktober 16, 2006

LOST - Season 1 cont.



Das Ende der ersten Season naht...

Die Episoden haben sich obgleich des konstant hohen Niveaus nochmal gesteigert und auch der Unheimlichkeits-Faktor hat ziemlich angezogen - sehr zum Vorteil der Serie, grandios.

Freitag, Oktober 06, 2006

BloodRayne

Wie erwartet übler Schund vom talentlosen Uwe Boll...

Obwohl er viele Stars aus der "zweiten Reihe" wie Michael Madsen, Ben Kingsley, Michelle Rodriguez, Kristanna Loken, Meat Loaf und Billy Zane gecastet hat, kann der Film zu kaum einen Zeitpunkt als wirklich ernsthaftes Stück Film betrachtet werden.

Vielmehr handelt es sich bei "BloodRayne" um teuer produzierten Trash, der dank den Spezialeffekten von Olaf Ittenbach mit einigem Gekröse aufwarten kann. Hier darf sich Olaf mal wieder richtig austoben, wenn auch mit etwas angezogenerer Handbremse als in seinen eigenen Produktionen wie "Beyond the Limits" oder "Premutos".

Der "Film" krankt insbesondere an jenen Elementen, die die einzelnen Gore-Sequenzen zu verbinden trachten... die eigentliche Handlung. Diese ist wahrlich stümperhaft inszeniert und lässt den o.g. Protagonisen kaum Entfaltungsspielraum.

Leider kann man aber auch nicht nicht konstatieren, dass die Handlung zwar schlecht, dafür die Action aber solide inszeniert sei. Die Kämpfe wirken bisweilen insebsondere von Kristanna Lokken recht ungelenk und hölzern - ein bißchen Kampftraining hätte vorher sicher nicht geschadet und überhaupt scheint die Gute nicht mehr so frisch wie zu "Terminator 3"-Zeiten zu sein.

FAZIT: Zu aufwendig für eine Amateurproduktion, zu lächerlich für einen ernst gemeinten Film. Das Videothekengeld kann man verschmerzen, mit 3-4 Bier intus hätte er - trotz der erheblichen Defizite - wahrscheinlich etwas höher punkten können. 3/10

LOST - Season 1 cont.



Heute ausnahmsweise nur eine Folge... :-(

Donnerstag, Oktober 05, 2006

LOST - Season 1 cont.


Locke's Besessenheit bzgl. der Insel nimmt neue Formen an...

Neuer "300" Trailer



Neuer Trailer online... in richtig guter Qualität!

V wie Vendetta

"V wie Vendetta" ist der nächste exquisite Geniestreich der Wachowski Brüder (Drehbuch).

Visuell überragend und zugleich intelligent inszeniert bietet "V" zwei Stunden gehobenes Unterhaltungskino, dass zudem mit einem Hammer-Showdown aufwarten kann.

Ein tolles Highlight dieses Filmjahres, dass sicherlich nicht jedermanns Geschmack treffen wird. Für mich persönlich ganz großes Kino! Euphorische 9/10

"People should not be afraid of their governments. Governments should be afraid of their people."

Offizielle Website

Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders

Tom Tykwers Verfilmung des Lebenskrimis des genialen und todbringenden Parfumeurs und Serienmörders Jean-Baptiste Grenouille im 17. Jahrhundert in Frankreich ist recht gelungen.

Synopsis: Jean-Baptiste ist besessen von der Idee, Düfte für immer konservieren zu können. Sein großes Ziel ist es dabei, dass perfekte Parfum zu kreieren. Hierfür benötigt er allerdings 13 Frauenkörper...

Nach einem furiosen Auftakt - mit der wahrscheinlich kuriosesten Geburt der bisherigen Filmgeschichte - kann "Das Parfum" fast über die ganze Laufzeit ein sehr hohes Qualitätsniveau halten. Die Kamerarbeit ist bemerkenswert und lässt den Zuschauer direkt am Geschehen teilhaben. Die dargebotenen Bilder sind sorgfältig komponiert und auch das surreale Finale weiss durch eine imposante Optik und Inszenierung zu gefallen.

Einziger Schwachpunkt des Films ist das danach eintretende Gefühl, dass man den Film nicht unbedingt nochmal sehen muss... ein eher seltenes Erlebnis für mich. 7/10

Dienstag, Oktober 03, 2006

LOST - Season 1 cont.


Hurley hat in "Numbers" endlich seinen großen Auftritt.